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Kunstmuseen Krefeld: Neue Edition mit Künstlerseiden

04.12.2018

Ein Stück Seide kann weitaus mehr sein als modisches Beiwerk. Es kann einen Standpunkt symbolisieren. „Eine Frage, die sich ein Museum heute stellen muss, ist: Welche Rolle spielen wir in der Gesellschaft“, sagt Katia Baudin, Leiterin der Krefelder Kunstmuseen. Eine Antwort darauf ist eine kleine exklusive Edition, die ab heute im Museumsshop zu haben ist: Krawatte und Seidenschal mit historischen Mustern aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

Das florale Dessin des braun-beigen Seidentuchs trägt den Namen Arlette. Kreiert hat es der Grafiker und Maler Koloman Moser (1868-1918), der 1903 gemeinsam mit dem Architekten Josef Hoffmann und dem Mäzen Fritz Waerndorfer die Wiener Werkstätte gründete, eine bis heute weltweit bekannte Vereinigung für Kunsthandwerk. Kolo Moser gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Werkstätte. Zum 100. Todestag widmet ihm das Museum für Angewandte Kunst in Wien eine umfassende Ausstellung, die am 19. Dezember beginnt.

Die Idee, dass Künstler, Kunsthandwerker und andere Kreative gemeinsam gestalten und dem Leben ästhetische Formen geben  vom Haus bis zur Teetasse, vom Gemälde bis zur Bekleidung, war damals revolutionär. Es war der Beginn des Corporate Designs.

In Krefeld war zu jener Zeit Friedrich Deneken Direktor des neu gebauten Kaiser-Wilhelm-Museums und beseelt von der Idee, mit Kunst stilbildend auf die Menschen einzuwirken. Er lud Künstler ein, Entwürfe zu gestalten, die Krefelder Unternehmen umsetzten. So entstand in der Stadt der Samt- und Seidenindustrie die Krefelder Künstlerseide. Doch die Produktion von Künstlerentwürfen wie Henry van de Veldes war teuer und den Krefeldern zu außergewöhnlich. Kommerziell war es ein Reinfall, aber die Vision lässt sich an der umfangreichen Sammlung ablesen.

Die Tradition reanimieren die Kunstmusen jetzt. „Deneken war sehr zeitgenössisch orientiert, das ist heute noch relevant“, sagt Baudin. Die von Magdalena Holzhey kuratierte Ausstellung zum Künstlerkleid liefert den passenden Rahmen. „Arlette“ ist dort zu sehen mit weiteren Dessins für Stoffe, die Kolo Moser für das Jahr 1901 entworfen hat. Das leuchtende Hummerrot des Randes ist schon Trend für die Frühjahrskollektionen. „Wir haben auch auf modische Aspekte geachtet“, sagt Baudin. Aus ungezählten Mappen mit Entwürfen für Stoffe, Tapeten und Teppiche habe man ausgesucht. Für die Krawatte wurden die Damen bei Mosers Freund Josef Hoffmann (1870-1956) fündig, der als Architekt für einfache kubistische Formen berühmt war.

Die Fertigung hat das Krefelder Traditionsunternehmen Alpi übernommen. Das florale Dessin für das Damentuch und das geometrische Schwarz-Weiß-Muster der Krawatte sind in ein Zeichenprogramm eingepflegt worden. Gedruckt wurde die Seide im italienischen Como, in Krefeld wurden Tücher und Krawatten konfektioniert. „Wir empfinden es als Auszeichnung fürs Museum zu arbeiten. Natürlich ist alles Ökotex-zertifiziert“, sagt Birgit Porten, Alpi-Geschäftsführerin. Die Tradition soll fortgesetzt werden. „Wir haben noch viel in der Sammlung“, sagt Baudin. Sie kann sich auch vorstellen, dass Künstler künftig wieder für die Krefelder Künstlerseiden entwerfen.

 

 

 

 

 

 

 

Deutsches Textilmuseum beherbergt nun ein besonderes Geschenk 

Im Deutschen Textilmuseum Krefeld wird eine der international bedeutendsten Sammlungen an historischen Textilien und Bekleidung beherbergt. Etwa 30.000 Objekte aus der ganzen Welt sowie aus allen Epochen sind in der Sammlung enthalten.

Nun hat das Deutsche Textilmuseum in eben diese Sammlung eine Krefelder Besonderheit aufgenommen: Einen roten Seidenschal, erdacht vom Geschäftsführer der Krefelder Wirtschaftsförderung Eckart Preen. „Das Besondere an diesem Schal ist die zugrunde liegende Geschichte.“ , so Preen, der sich über die Neuaufnahme sehr erfreut zeigte.

Der chinesische Staatspräsident Xi JinPing hat im Jahr 2016 während des G-20 Gipfels in seiner Rede die seit 400 Jahren bestehende Verbindung zwischen Krefeld und Hangzhou erwähnt. „Diese Verbindung hatte ihre Ursprünge im Seidenhandel und wirkt bis heute in wirtschaftliche, kulturelle und zivilgesellschaftliche Bereiche fort.“ So Preen. Daraufhin ließ die Wirtschaftsförderung das Zitat aus der besagten Rede in chinesische Zeichen fassen und auf einen roten Seidenschal aufbringen.

Die Krefelder Tuch- und Krawattenspezialistinnen der Firma alpi GmbH realisierten das edle Produkt, welches für die WFG seitdem einen wichtigen Zweck erfüllt denn, wer Geschäftskontakte mit China pflegt weiß: Der Austausch von Geschenken gehört zum guten Ton und unterstreicht die persönliche Ebene. So wurde der Schal bereits auf Delegationsreisen und Geschäftsterminen an Partner und Geschäftskontakte überreicht. „Jedes Mal ernten wir von den beschenkten Damen und Herren große Begeisterung für die besonders tiefgründige Geste dieser Verbindung schaffenden Gabe.“, so Ricarda Stamms, China-Expertin der Krefelder Wirtschaftsförderung.

Als die Leiterin des Textilmuseums, Dr. Annette Schieck vom Seidenschal erfuhr, kam es zu einer weiteren Verbindung: „Da es sich bei diesem Schal um ein besonderes Stück Krefelder Geschichte handelt, war ich sofort der Meinung, dass ein Exemplar in die Sammlung aufgenommen werden muss.“, so Schieck. Zudem hat Frau Dr. Schieck für ihre Museumsbesucher eine weitere Besonderheit im Angebot: „Mit der Eröffnung unserer neuen Ausstellung ‚Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum‘ sind einzelne Exemplare des roten Schals im Museumsshop erhältlich. Hier kann man ab dem 4. November 2018 exklusiv eine absolut limitierte Anzahl käuflich erwerben.“, ergänzt Schieck.

 

 

 

 

Wir sind in neue Räumlichkeiten innerhalb des Gebäudes umgezogen. Hier unser neuer Showroom.

 

Seidenkrawatten seit 110 Jahren aus Krefeld

Von Yvonne Brandt

alpi feiert Jubiläum mit Herbstmesse. Stoffe werden bis heute in Italien eingekauft und hier vor Ort zu eleganten Bindern.

 

Krefeld. Alle Krawatten bei alpi werden noch heute in Krefeld gefertigt. Darauf legen Birgit Porten und Nicole Waßenberg großen Wert. Die beiden haben ihr Metier von der Pike auf gelernt und sich vor elf Jahren einen Traum erfüllt, als sie die traditionelle Krawattenfirma in eigener Regie übernommen haben. „Während viele vergleichbare Firmen in Deutschland mit ihrer Produktion ins Ausland ausgewichen sind, setzen wir auf Qualität und Nachhaltigkeit“, sagt Birgit Porten. Mit zunehmendem Erfolg.

Stoffe aus Como werden in Krefeld zur Krawatte konfektioniert

Statt kostengünstigere Krawatten aus Bangladesch oder China zu kaufen, suchen die beiden Firmeninhaberinnen Stoffe bei Tuchherstellern im italienischen Como aus. Konfektioniert werden die in Krefeld im Mies-van-der-Rohe-Business-Park, nur einen Steinwurf von alpi an der Weyerhofstraße entfernt. Die passenden Einlagen dazu kommen aus den Niederlanden, die Futterstoffe von Devetex an der Kleinewefersstraße, die Bändchen aus dem Bergischen und der Anhänger als prägnantes Firmenlogo aus der Nähe von Köln.

Zu dem Sortiment von alpi gehören Seidenkrawatten, Herrenschals und Damentücher sowie hochwertige Herrenhemden aus dem Hause Seidensticker. Die Kunden wissen die Produkte zu schätzen – private ebenso wie große Firmen, Vereine und Verbände. „Beim TEW tragen die Mitarbeiter Tücher und Krawatten von alpi und auch zahlreiche Geschenkkrawatten großer Firmen stammen aus Krefeld“, sagt Birgit Porten. Zu ihrem Kundenkreis zählen nicht nur deutsche Krawatten-Liebhaber, auch holländische und schweizer Mode-Firmen kaufen bei alpi ein.

Die Zusammenarbeit mit italienischen Webereien zahlt sich für die beiden Krefelder Krawattiers aus: „Wir sind dadurch manchmal in unseren Kollektionen sehr früh mit neuen Farben oder Mustern auf dem Markt.“ So beispielsweise mit Türkis und Rosé, vor denen die meisten Einkäufer zunächst zurückgeschreckt sind.

In diesem Herbst und Winter sind Brombeertöne und Grau in Kombination mit Kontrastfarben top-modern. Orange ist die Basisfarbe schlechthin. Bei den Mustern sind weiterhin Karos und Streifen angesagt. Kleine Muster und florale Dessins sind en vogue. „Auch die Farbe Blau kommt wieder stark in Mode“, sagt Birgit Porten und gibt WZ-Lesern damit schon einen modischen Tipp fürs Frühjahr.

alpi-Modenschau auf der "Kraftstoff-Bühne" auf der Fashionworld 2013

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Mode

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MännermodeSchlips ist Schicksal

Der krawattenlose Mann ist der Untergang des Abendlandes. Von Josef Joffe

Zum Auftakt der Party-Saison ein Sittengemälde: ein beliebiger Auftrieb zwischen Hamburg und München. Es feiern (sich) die Medien- und PR-Menschen, die »Kreativen«, in einer rollenverschobenen Welt. In der Natur schlägt Herr Pfau die Räder, bläht der Erpel den bunten Hals, zeigt Panthera leo mit mächtiger Mähne, wer König der Savanne ist. Die Weibchen sind dagegen unauffällig und bescheiden. Im Rudel des Homo erectus ist es umgekehrt. Die Weibchen kommen aufgedonnert wie eh und je; die Männchen, auch die alten, tragen drögen Einheitslook: dunkles Jackett, weißes Hemd und keine Krawatte.

Dies ist die tausendfache Beleidigung des Oberhemdes, mit oder ohne Manschetten. Denn dieses braucht den Schlips wie Brunelleschis Duomo zu Florenz die Kette um die Kuppel, die der kühnen Konstruktion seit 560 Jahren Halt verleiht. Der offene Kragen aber schlabbert und knickt; er spürt die Absicht, ist verstimmt und lässt sich gehen. Was, so wendet der Entbundene ein, der Sinn der Sache ist; so zeige er, wie cool und entspannt er sei. Aber die textile Falle schnappt trotzdem zu.

Erstens verrät der Gestus Kleinmut. Wenn schon, dann richtig: ohne Kragen, Jackett und Alden-Schuhe, dafür Treter und T-Shirt. Beim Merkel-Bankett im Juni im Weißen Haus wagte Gottschalk nur die bestickten schwarzen Jeans, oben war’s der artige Smoking. Der Held war halbiert. Zweitens ist das offene Hemd Konformismus im Quadrat. So läuft inzwischen die halbe deutsche Männlichkeit herum; 40 Prozent behaupten sogar, keinen Schlips zu besitzen. Selbst amerikanische Kuhhirten tragen Halstuch.

»Mode«, doziert der Bildungsnahe, »ist immer ein Statement der Gruppenzugehörigkeit.« Aber warum will der Kreative durch den Schlips-Verzicht seine Nähe zu Taliban, iranischen Gottesstaatlern oder lateinamerikanischen Autokraten wie Hugo Chávez signalisieren? Und dann bei Hummer-Häppchen und Heidsieck?

Früher tat es der Mann den Pfauen und Löwen gleich. Er machte sich breiter (Epauletten), größer (Pickelhaube) und schöner (Litzen und Tressen). Heute zeigt er wie ein kleiner Junge den offenen, schlappen Kragen. Will er so an die mütterlichen Instinkte der Frauen appellieren, die sich anschicken, die Weltherrschaft zu erobern – der Jäger, der nicht mehr jagen will? Der 70-Jährige, der Jugend vorspielen will, möge den Kragen lieber schließen, um die Halsfalten zu kaschieren.

Die Krawatte ist kein nutzloses Angebinde. »Eine gut gebundene«, lehrte Oscar Wilde, »ist der erste seriöse Schritt im Leben.« Sie ist das einzige Schmuckstück neben androgynem Kettchen oder fetter Rolex, das ein Mann noch aufbieten kann, nachdem die Husarenjacke ins Museum verbannt worden ist. Der Halsschmuck signalisiert als seidenes Überbleibsel: So waren wir mal, als wir im Löwenfell (Herakles) oder mit wehendem Federbusch (d’Artagnan) unsere Feinde verputzten. Hier maunzt kein Macho, sondern der historisch geschulte Mode-Soziologe. Es ist kein Zufall, dass die Weltmacht-Karriere der Chinesen erst begann, als sie den Mao-Look ab- und die Krawatte umlegten. Schlips ist Schicksal.